October 18th, 2002, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin
The Refugee: Services rendered to Undesirables
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www.de-bug.de/news/1196.html

de:bug. elektronische lebensaspekte. oktober 2002
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FLÜCHTEN
Dienstleistungen an Unerwünschten in der Berliner Volksbühne

Migration ist ein ebenso schwieriges, wie brennendes Thema, eines, das nicht zuletzt unter seiner beängstigenden politischen Härte leidet. Oft scheint einem außer Betroffenheit nichts übrig zu bleiben. Das sorgt für eine hohe moralisch-pathetische Aufladung und macht es ebenso unbeweglich, wie klebrig. Nichts desto trotz hat sich die Internationale Mobile Akademie, die an verschiedenen Standorten zu Theater, Bildender Kunst und Aktivismus arbeitet, dieses Wochenende des Themas angenommen und Experten eingeladen, die sich im Alltag mit Flüchtlingen als Anwalt, Reporter, Sozialarbeiter oder Aktivisten auseinandersetzen - darunter etwa Madjiguène Cissé, die Sprecherin der Sans Papier, Filmer Haroun Farocki, Grenztheoretikerin Eva Horn, Kameramann Armin Wünsche, Kulturtheoretiker Joseph Vogl, Rechtsanwalt Hunert Heinhold von Pro Asyl, Florian Schneider von "Kein Mensch ist illegal" et. al. Tatsächlich hat es die Volksbühne mit dieser Veranstaltung verstanden, exakt auf den Punkt zu kommen. Was einerseits der hohen Kompetenz und Erlebnisberichten der Eingeladenen zu verdanken war, andererseits dem Bühnenbildner Bert Neumann, der die Volksbühne mit verschiedenen Pressspanplatten Bungalows für "Die Idioten" quer neu durchstrukturiert hatte. Die verschiedenen Gespräche fanden parallel in einzelnen Häuser statt und waren durch Infracom-Simultanübersetzungs-Geräte anwählbar. Das Symposium als Radioübertragung: Eingeschlossene Sprecher, abgeschnitten von ihrer Umwelt, eine irritierende Situation, die die harte Absurdität des Flüchtens verdeutlichte und dadurch irgendwie rückwärts durch die Distanz von Stimme und Körper eine extrem produktive Situation erzeugte. Dazu hohe inhaltliche Qualität. War schon beeindrucken

 


     
 


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Migration ist ein ebenso schwieriges, wie brennendes Thema, eines, das nicht zuletzt unter seiner beängstigenden politischen Härte leidet. Oft scheint einem außer Betroffenheit nichts übrig zu bleiben. Das sorgt für eine hohe moralisch-pathetische Aufladung und macht es ebenso unbeweglich, wie klebrig. Nichts desto trotz hat sich die Internationale Mobile Akademie, die an verschiedenen Standorten zu Theater, Bildender Kunst und Aktivismus arbeitet, dieses Wochenende des Themas angenommen und Experten eingeladen, die sich im Alltag mit Flüchtlingen als Anwalt, Reporter, Sozialarbeiter oder Aktivisten auseinandersetzen - darunter etwa Madjiguène Cissé, die Sprecherin der Sans Papier, Filmer Haroun Farocki, Grenztheoretikerin Eva Horn, Kameramann Armin Wünsche, Kulturtheoretiker Joseph Vogl, Rechtsanwalt Hunert Heinhold von Pro Asyl, Florian Schneider von "Kein Mensch ist illegal" et. al. Tatsächlich hat es die Volksbühne mit dieser Veranstaltung verstanden, exakt auf den Punkt zu kommen. Was einerseits der hohen Kompetenz und Erlebnisberichten der Eingeladenen zu verdanken war, andererseits dem Bühnenbildner Bert Neumann, der die Volksbühne mit verschiedenen Pressspanplatten Bungalows für "Die Idioten" quer neu durchstrukturiert hatte. Die verschiedenen Gespräche fanden parallel in einzelnen Häuser statt und waren durch Infracom-Simultanübersetzungs-Geräte anwählbar. Das Symposium als Radioübertragung: Eingeschlossene Sprecher, abgeschnitten von ihrer Umwelt, eine irritierende Situation, die die harte Absurdität des Flüchtens verdeutlichte und dadurch irgendwie rückwärts durch die Distanz von Stimme und Körper eine extrem produktive Situation erzeugte. Dazu hohe inhaltliche Qualität. War schon beeindruckend