Das Atelier des Schwarzmarktes

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Staatsschauspiel Dresden, Kleines Haus Mitte
Mittwoch, 6. Juni um 20 Uh



Das Atelier des Schwarzmarktes 04

"Das Serendipitätsprinzip, oder: Wie das Silicon in Dresden entdeckt wurde"

Die Ateliers der letzten Spielzeit verhandelten bekannte Dresdner Affekte und Zustände: Melancholie, architektonische Identitätssuche, das Älter werden und Arbeitsverweigerung als politischen Widerstand. Jetzt beschäftigen wir uns mit der Ideen- und Wirkungsgeschichte grandioser Erfindungen aus Dresden - ihren Personen, Produktionsorten und Nutzen für die Menschen.


Foto: Daniel Koch

In den 30er Jahren forschte Richard Müller in Radebeul an einem Nebel, der im Kriegsfall deutsche Städte einhüllen und für feindliche Angriffe unsichtbar machen sollte. Dies gelang ihm nicht, aber als Nebenprodukt seiner unerfolgreichen Nebelforschung entdeckte er 1940 das Silicon („Der Zufall begünstigt nur einen vorbereiteten Geist!“) und schrieb Chemiegeschichte mit der Müller-Rochow-Synthese.

In einem offenen Arbeitsraum debattieren Experten, Künstler und Informanten zusammen mit dem Publikum zur Wissenschaftsgeschichte des Silicon und der chemischen Fabrik v. Heyden in Radebeul, über die unveröffentlichte Erinnerungen Müllers und die Serendipität (Glücksfunde) in der wissenschaftlichen Forschung und verfolgen in einem wilden Recherche-Parcour die Frage – was ist eigentlich aus der militärischen Nebelforschung geworden?

mit Vorträgen und Präsentationen von:
Dr. Wladimir Reschetilowski, Professor für Technische Chemie und Direktor des Instituts für technische Chemie der TU Dresden Dr. Otto Klemm, Professor für Klimatologie am Institut für Landschaftsökologie der Westfälischen - Universität Münster Julianne Capo, Heidi Eckstein, Peter Krüger, Johanna Schwab und Benjamin Thomas - KünstlerInnen der Fachklasse Übergreifendes künstlerisches Arbeiten an der HfBK Dresden


Foto: Daniel Koch