Das Atelier des Schwarzmarktes

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Staatsschauspiel Dresden, Kleines Haus
Freitag, 5. November 2010


Eintritt frei

Das Atelier des Schwarzmarktes

Nach dem großen Erfolg des „Schwarzmarkts für nützliches Wissen und Nicht-Wissen“ zum Thema des Romantischen in der letzten Spielzeit folgt ab jetzt alle zwei Monate das Atelier des Schwarzmarktes:
ein offener Arbeitsraum für alle Freunde der erweiterten Themensuche.

Hier testen Experten, Protokollanten und Zuschauer verschiedene Themen auf ihre Tauglichkeit für zukünftige Schwarzmärkte. Es ist ein Atelier, aber eines, in dem Sätze, Texte und Sprache entstehen statt Bilder und wo sich das gemeinsame Nachdenken über ein Thema eine eigene Inszenierungsform sucht.


Fotos: Daniel Koch

Das erste Atelier des Schwarzmarktes arbeitet zu „Melancholie, Depression und andere Formen der Arbeitsverweigerung“. Dabei geht es um die historische, medizinische und literarische Unterscheidung beider Begriffe, wie auch um Gemeinsamkeiten des Melancholikers und Depressiven in seiner/ihrer Unfähigkeit oder Unwillen zu arbeiten. Die Gesellschaften des 19. und 20. Jahrhunderts beschreiben sie gerne als Versager, Feiglinge und Schmarotzer, dabei stellt der Melancholiker eine kluge Frage: wieso ist das Handeln eigentlich begründeter als das Nichthandeln? Und in der Passivität des Depressiven steckt immer noch ein Widerstandspotential gegen den allseitig verfügbaren Selbstverwalter und Selbstregulierer seiner dauerhaft produktiven Arbeitskraft. Eine Begriffsauslotung zwischen Pathologie, Renitenz und Dürer.


Werner Felber - "Depression"

Prof. em. Dr. med. Werner Felber, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ehemaliger Leiter der Suizidambulanz an der Medizinischen Akademie Carl Gustav Carus Dresden und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention, Dresden.


Guillaume Paoli - Demotivationstraining

Guillaume Paoli, Hausphilosoph am Leipziger Centraltheater, wo er die „Prüfgesellschaft für Sinn und Zweck“ und die „Philosophische Parxis“ leitet. Als Mitbegründer der Gruppierung „Glückliche Arbeitslose“ und Mitherausgeber der Zeitschrift „müßiggangster“ befasst er sich mit den Themen Arbeit bzw. Nicht-Arbeit, Nichts-Tun sowie Faulheit.
>> Protokoll des Demotivationstrainings


Jürgen Müller - Dürers Melencolia

Prof. Dr. Jürgen Müller, Professor für Kunstgeschichte an der TU Dresden, Kunstkritiker und Kurator, zahlreiche Veröffentlichungen unter anderem zu Film, Fußball und Photographie, zu Gerhard Richter, Rembrandt, Bruegel und Dürer.