Schwarzmarkt - Liverpool, November 2008

<< zurück zur Übersicht

 

the Bluecoat, Liverpool
United Kingdom, L1 3BX
0151 702 5324
www.thebluecoat.org.uk

Samstag, 29. November 2008
20.00 Uhr
Check-in ab 19 Uhr geöffnet


Schwarzmarkt Nr. 11 ist Teil des Bluecoat’s Liverpool Live Programm für die Liverpool Biennial 2008. In Zusammenarbeit mit der Live Art Development Agency. Unterstützt vom Arts Council England, Liverpool Culture Company und dem Goethe Institut Manchester.

Produktionsleitung
Frauke Luther, Berlin

Team Liverpool
Recherche / Produktionsassistenz
Vanessa Bartlett

Produktion für Bluecoat
Richard Kingdom

Technische Leitung
Sara Smith

Assistenz Bühne
Laura Pullig

Hostessen
Rhiannon Breakey, Sarah Gladden, Henriette Huppmann, Kira Kirsch, Sophie Tsang,
Angelica Vanasse, Sarah Forrest, Paul Currie (Läufer), Andrew Hunt (Läufer)

Second Hand Knowledge
Kathryn Cooley, Charlotte Emmett, Charlie Steer, Annie Taylor-Goob

Shadow Play
Schriftdolmetscher
Francis Barrett

Pianist
Claire Jones

Technik-Team
Dan Abbot, Dave Berger, Gary Dyson, Joe Sharp, Tom Smith

Hospitanzen
Graham Flood, Laura Outterside, Kate Seaton

Make-Up
Kelly Fogg

Dokumentation
Leon Seth (Film) , Alex Wolkowicz (Photo)

Printgrafik: Katrin Schoof

Schwarzmarkt für nützliches Wissen und Nicht-Wissen Nr. 11

MÜLL: über das Verschwinden und die Rückkehr der Dinge und Werte

- eine Gespräch-Installation mit 50 Experten aus Liverpool
- ein Exkurs zur Rhetorik des Dialogs
- ein Schattenspiel für ein ausgezeichnetes Dialogduo

Eintritt frei. Buchen Sie einen Experten für £1 or €1!


Eingang Bluecoat


Check In

Das Ding und der Mensch ist ein komplexes Verhältnis und mindestens so erstaunlich und unerforscht wie das Verhältnis Mensch-Mensch. Ein besonders brisanter Moment in der Beziehung des Menschen zu seiner materiellen Umwelt entsteht , wenn die Dinge ihre Form verändern oder verlieren, sich auflösen, an den Rändern zerfransen, weil sie in ein Stadium kommen in dem sie faulen, zerfallen, explodieren oder wuchern: also zu Müll werden. Dann werden die Dinge abstoßend in ihrer Nutz- und Wertlosigkeit, ihrer Hässlichkeit und ihrem Gestank, oder auch bedrohlich als wuchernde Masse. Ganz so als könnte sich die Dingwelt zusammenrotten einen Aufstand planen, um Rache zu nehmen und sich gegen jene zu wenden, die sie produziert und benutzt haben. Im Müll verlieren Erinnern und Vergessen ihre Trennschärfe und schon verschwundene Dinge können erstaunliche zweite Karrieren haben, können wieder hohe Preise erzielen oder melancholisch gewürdigt werden. Müll ist das Symptom einer Ökonomie der Verschwendung, die verdrängte Seite des Konsums und durch nicht abbaubare, strahlende Schadstoffe zu einem ökologischen Überlebensproblem geworden. Wir begegnen dem Verschwinden der Dinge und der Vermüllung der Welt mit Abscheu und haben unterschiedlichsten Methoden entwickelt die Grenze zum Müll stabil zu halten: konservieren, archivieren, verbrennen und recyclen sind einige davon.


Schwarzmarkt Halle

50 Liverpooler Experten u.a. ein Garbologe, Alchimist, Entomologe, eine Archivtheoretikerin, und eine Politikerin, Psychoanalytiker, freeganer erzählen von fluiden Aggregatzuständen in Ökonomie und Kunst, vom besonderen Ansteckungsverhältniss zwischen Mensch und Ding im Moment des Zerfalls, der sozio-symbolischen Funktion von Schmutz, Dreck, Abfall, Industrieschutt, Datenmüll und von deren Bewirtschaftung und Entsorgung in Museen und Verbrennungsanlagen.


Publikum - alle Photos von Alex Wolkowicz

Das ausführliche Programm mit allen Experten steht in englischer Sprache zur Verfügung.