Schwarzmarkt - Warschau 2005
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Diese Schwarzmarkt war die Auftaktveranstaltung für die Mobile Akademie Warschau 2006.

8.Oktober 2005
Fakultät für Physik Koszykowa, Warschau


Ehrenpräsidentin:
Prof. Dr. Maria Janion
Künstlerische Leitung:
Hannah Hurtzig
Projektleitung:
Carolin Hochleichter

Produktion:
Joanna Warsza
Projekt Assistenz:
Beata Seweryn
Technische Leitung:
Pawel Kamionka
Trainees:
Ola Kozlowska, Magda Milenkowska

Casting Advice:
Karolina Ochab
Literary Advice:
Pawel Dunin-Wasowicz
Gastgeber und Gastgebrinnen:
Joanna Baranowska, Justyna Konieczna, Karolina Krawczyk, Maciek Lipko, Marta Lochowska, Anna Malinowska, Joanna Nuckowska, Anna Smolowik

Print-Grafik: Katrin Schoof

Wir möchten allen die uns geholfen haben für ihre freundliche Unterstützung danken. Besonderen Dank an Anka Grupinska, Dorota Sajewska, Carena Schlewitt, Marta Skajnowska
und Malgorzata Szczesniak.

In Kooperation mit
TR Warszawa

Diese Projekt findet im Rahmen von Büro Kopernikus statt.
www.buero-kopernikus.org
Büro Kopernikus ist eine Initative der Kulturstiftung des Bundes.








Schlagwortkatalog auf englisch

Fotogalerie

Mobile Akademie und TR Warszawa präsentieren:

Schwarzmarkt für nützliches Wissen und Nicht-Wissen
"Unsichtbares, unbekanntes und gespenstisches Wissen"
Mit 100 Experten aus Warschau.

Eine Installation von Hannah Hurtzig

Der Schwarzmarkt bietet unsichtbares, unbekanntes und gespenstisches Wissen in den folgenden Sprachen:
Holländisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Russisch, Spanisch und Ukrainisch.


(Fotos von Basia Welbel)

Das Modell dieser Installation von Hannah Hurtzig beschäftigt sich mit der Darstellung und Kommunikation von Wissen und Information und wurde mit jeweils wechselnden Themen in Theatern und Museen schon erfolgreich aufgeführt. Die Installation imitiert bekannte Orte der Wissensvermittlung wie das Archiv und den Lesesaal und kombiniert diese mit Kommunikationssituationen, die vom Markt, der Börse, von Beratungs- und Dienstleistungsgesprächen bekannt sind. Die Installation wurde von 100 Warschauer Experten betrieben.


Klienten und Dorota Maslowska (Foto von Marta Orlik)


Bruno Jasienski und Klient (Foto von Marta Orlik)

Thema des Schwarzmarktes in Warschau ist das unsichtbare, das gespenstische Wissen. Hundert Experten/ Erzähler initiieren eine live betriebene Gespensterbibliothek, ein lebendes Lexikon des Gespenstischen an diesem Abend. Gespenster, das sind Wesen oder Ideen, nicht lebendig, nicht tot, noch nicht geboren oder unfähig zu sterben, weder anwesend noch abwesend - sie haben die Fähigkeit die Wirklichkeit in die Schwebe zu versetzen und sie ihrer Materie und Beweisbarkeit, zumindest für den Moment ihres Erscheinens, zu berauben.


Carolin Hochleichter, Hannah Hurtzig
Klient, Jan Jacub Michalek (Foto von Marta Orlik)


Robert Kusmirowski (Foto von Basia Welbel)

Alle diese Unsichtbaren - Geister, Untote, Phantome, Widergänger, Vampire und Gespenster - können nur in dem gesellschaftlichen Kontext verstanden werden, der sie produziert hat, meist durch Ausschluss, Verdrängung, Ausgrenzung. So hat "das Phantom der Marktwirtschaft das Gespenst des Kommunismus ersetzt" (Heiner Müller) und die modernste Gestalt des Gespenstischen wäre heute der Flüchtling, der illegale Migrant, der zwar anwesend ist, dem aber die Bürgerrechte aberkannt werden, der aus der öffentlichen Wahrnehmung und seinen Repräsentationsmodellen heraus fällt.


Diana Dyjak Montes de Oca (Foto von Marta Orlik)

Unsichtbares Wissen - das bezieht sich auf ökonomische, politische, soziale Strukturen, die nicht erkannt werden können, weil wir verblendet sind; das meint Ideen und Dinge, die nicht ausgesprochen werden können, sei es wegen Zensur oder Verbot, oder weil sie sprachlich noch nicht fassbar geworden sind, das sind verdrängte, vergessene Inhalte der Vergangenheit oder phantastische und auch mögliche Zukunftsvisionen.


Check-in (Foto von Marta Orlik)


Check-in (Foto von Marta Orlik)